Absinth Geschichte


 

 

 

 

 

 

 

Absinth Geschichte

Absinth ist eine Kräuterspirituose mit charakteristisch grüner Farbe - sie enthält die Wirkstoffe des Wermutkrautes (artemisia absinthium).

Die Schwestern Henriod warben 1769 in einer Zeitungsannonce in Neuchatel für ihr Heilmittel „Bon Extrait d’ Absinthe“, bestehend aus Alkohol, Wermut, Anis, Zitronenmelisse und weiteren Kräutern. Diese Rezeptur wurde später von einem gewissen Dr. Ordinaire verbreitet. Die Erfolgsstory der „Grünen Fee“ begann! Um 1800 wechselte das Rezept den Besitzer. Der noch heute bekannte H.L. Pernod begann mit einer eher bescheidenen Produktion in Pontarlier.

Frankreich machte sich beim Algerienkrieg im 19. Jahrhundert den aufputschenden Effekt zunutze und versorgte die Soldaten mit regelmäßigen Absinth-Rationen. Die heimgekehrten Soldaten sorgten für eine Steigerung der Produktionsmenge von 400 Litern pro Tag auf bis zu 20.000 Liter und später noch viel mehr. Absinth-Destillerien schossen wie Pilze aus dem Boden.

Eine besondere Popularität erfuhr der Absinth aber in der Künstler- und Intellektuellenszene. Viele Kunstwerke aus dieser Zeit sind durch die inspirierende Wirkung des Absinths entstanden. Große Namen wie Baudelaire, Manet, Verlaine, Rimbaud, Oscar Wilde, Degas, Toulouse-Lautrec, van Gogh, Gauguin, Picasso sind zu nennen.

Besonders Anfang des 20. Jahrhunderts stieg der Absinth-Absatz stetig an. Einige Destillerien verwendeten jedoch minderwertigen Alkohol, um der Nachfrage (günstig) gerecht zu weden. Der unverantwortliche Umgang mit diesem Getränk sowie die generelle Anti-Alkoholbewegung Anfangs des 20. Jahrhunderts endete ca. 1920 mit dem Verbot von Absinth in (fast) ganz Europa.

Nachdem die Europäische Union 1998 per Gesetz die Produktion und den Vertrieb von Absinth wieder legalisierte, erfährt Absinth eine Renaissance und kann wieder legal konsumiert werden.